Besuch beim FFC Wacker München am 29. November 2015

An einem stürmischen und regnerischeren 1. Adventssonntag besuchten wir den FFC Wacker München. Bevor das Regionalligaspiel gegen den TV Derendingen (ein Stadtteil  von Tübingen) startete, empfing uns Sportdirektor Gregor Kruppa und erzählte uns bei einem Kaffee von „seinem“ Verein.

Nachdem der DFB 1955 ein Spielverbot für Frauen beschlossen hatte, sollte es 15 Jahre dauern, bis es Frauen erlaubt wurde auf Vereinsplätzen zu kicken und am Spielbetrieb teilzunehmen. Eine der ersten Mannschaften waren dann die Damen des FC Wacker München, die als Sendlinger Ratsmadln bereits vier Monate vor Aufhebung des Verbots die Sendlinger Ratsbuam vor 3500 Zuschauern in einem Benefizspiel im Wacker-Stadion mit 2:1 besiegten hatten. Seitdem spielt der FC Wacker München bzw. der FFC Wacker München (1999 gründete die Frauenabteilung aufgrund finanzieller Dissonanzen einen eigenen Verein) im Frauen-Fußball in München und darüber hinaus eine bedeutende Rolle.  Als erster Münchner Verein stellte der FC Wacker München 1976 eine Mädchenmannschaft; in den Jahren 1991, 1992, 1994 und 2003 wurde die Damenmannschaft Bayerischer Meister und spielte 1992/93 sowie 1994/95 in der 1. Fußball-Bundesliga. Insgesamt sechs Nationalspielerinnen haben beim FC Wacker München gekickt, darunter die zweimalige Weltmeisterin Nadine Angerer. Heute zählt der FFC Wacker zu den größten Frauen-Fußballvereinen in Deutschland.

Heute kicken beim FFC Wacker München 220 Mädchen und Frauen in zwölf Teams (davon acht Jugendmannschaften). Gerne würde der Verein auch noch mehr aktive Mitglieder aufnehmen, an Anfragen mangelt es nicht – nur sind die Trainingskapazitäten auf der Bezirkssportanlage en der Demleitnerstraße, die sich der FFC Wacker mit dem FC Wacker und dem FC Hellas München teilt, schon jetzt voll ausgelastet. Die Gegebenheiten an der Demleitnerstraße (an der der FC Wacker München seit 1908 zu Hause ist) schließen auch einen Aufstieg der Damenmannschaft in die 2. Bundesliga aus – denn hier gelten die Regularien des DFB…

Das besondere am FFC Wacker, erzählt uns Gregor Kruppa, seien die familiäre Atmosphäre und der Zusammenhalt. Viele Spielerinnen bleiben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter beim FFC Wacker, Eltern unterstützen den Verein durch ihre Mitarbeit, durch Mithilfe – und durch Spenden. Denn Sponsoren für die Mannschaften zu finden sei unmöglich. Und das obwohl z.B. die B-Juniorinnen in der Bundesliga und die 1. Mannschaft in der Regionalliga tollen Fußball zeigen.

Die Wacker-Damen besiegten die Derendingerinnen im Übrigen verdient mit 2:0.